E-Zigaretten erhöhen Anfälligkeit für Lungenentzündungen und Grippe

Oliver 0 Studien 13. Februar 2015

Eine neue Studie zu e-Zigaretten hat aktuell festgestellt, dass die Inhalation von e-Zigaretten Dampf scheinbar die Fähigkeit der Lunge einschränkt, Infektionen zu bekämpfen. Die Studie wurde an Mäusen vollzogen die täglich mit 1.080 Zügen von der e-Zigarette befeuert wurden. Erste Probleme an der Studie finden sich somit bereits bei der Intensität mit der die Mäuse dem Dampf ausgesetzt wurden. Zudem wurden die Kartuschen erst nach 1.260 Zügen gewechselt, ob da dann noch Liquid im Verdampfer war, ist fraglich. Dr. Michael Siegel gibt in der Studie weiters an, dass auch die Einnahme von Aspirin Auswirkungen auf die Resistenz gegen Lungenentzündungen haben kann, eine ernstzunehmende Gefahr geht vom Dampfen somit nicht aus. Die Anfälligkeit für Infektionen wurde an lebenden Mäusen sowie an extrahierten Zellen getestet.

Ablauf der Studie

Die Studie die man derzeit im kompletten Umfang kostenlos einsehen kann,  hatte das Ziel festzustellen, wie sich die Inhalation von e-Zigaretten Dampf auf die Fähigkeit der Lunge auswirkte, bakterielle Infektionen zu bekämpfen. Getestet wurde an zwei Gruppen an Mäusen. Eine Gruppe wurde täglich mit Dampf versorgt, die andere atmete normale Luft. Nach einer Einlaufphase wurden die Gruppen anschließend mit der Grippe infiziert. Von einigen der Mäuse wurden auch Makrophagen entnommen, die anschließend herausgezüchtet und direkt mit der Infektion konfrontiert wurden. Makrophagen übernehmen im Körper die Aufgabe kaputte oder tote Zellen zu entfernen, man kann sich die Zellen also als kleine Staubsauber vorstellen.

Testumgebung

e-cigs-impair-immune-system

 

Die Mäuse dampften ein 18 mg/ml Menthol Liquid das von einer Njoy e-Zigarette verdampft wurde. Man nutzte auch ein Standard Tabak-Liquid um sicherzustellen, dass die Resultate konsistent sind. Die Mäuse wurden zweimal täglich für je 1,5 Stunde alle 10 Sekunden einem Zug von der e-Zigarette ausgesetzt. Pro Tag kamen die Mäuse somit auf 1080 Züge, diese Prozedur wurde 2 Wochen lang durchgeführt. An dieser Stelle gibt es natürlich schon Grund zum Meckern, da vergleichsweise oft von der e-Zigarette gezogen wurde. Im durchschnitt nimmt der e-Zigaretten Benutzer nämlich nur 200 bis 300 Züge pro Tag. Ein Problem gibt es auch bei der Testmethode. Die Mäuse zogen nicht direkt von der e-Zigarette, der produzierte Rauch wurde stattdessen in das 2 Liter fassende Gefäß geleitet.

Die Ergebnisse

Sussan TE, Gajghate S, Thimmulappa RK, Ma J, Kim J-H, et al. (2015) Exposure to Electronic Cigarettes Impairs Pulmonary Anti-Bacterial and Anti-Viral Defenses in a Mouse Model. PLoS ONE 10(2): e0116861. doi:10.1371/journal.pone.0116861

Sussan TE, Gajghate S, Thimmulappa RK, Ma J, Kim J-H, et al. (2015) Exposure to Electronic Cigarettes Impairs Pulmonary Anti-Bacterial and Anti-Viral Defenses in a Mouse Model. PLoS ONE 10(2): e0116861. doi:10.1371/journal.pone.0116861

Die Forscher fanden heraus, dass e-Zigaretten 7 x 10^11 (7 mit elf 0ern) freie Radikale pro Zug entwickelt. Normale Zigaretten produzieren im Vergleich dazu 10^14 freie Radikale pro Zug. Für die e-Zigarette bedeutet dies, dass etwa 140 Mal weniger freie radikale produziert werden.

Die Mäiuse die dem e-Zigaretten Dampf ausgesetzt wurden, zeigten signifikant höheren oxidativen Stress. Die Menge an Makrophagen war um 58 Prozent höher als bei den Mäusen die normale Luft eingeatmet haben. Dies deutet einen erhöhten Bedarf an, tote oder kaputte Zellen zu entfernen und kann als Zeichen einer Atemwegsreizung interpretiert werden. Ähnliches wurde auch bei anderen Studien festgestellt.

Nachdem die Mäuse mit einer Lungenentzündung angesteckt wurden, stellte man in den Lungen der e-Zigaretten Mäuse höhere Level an Bakterien fest. Die entnommenen Makrophagen hatten mehr Probleme damit mit der Infektion umzugehen, als die Zellen der „Luft“-Mäuse. Die Ergebnisse mit dem Grippevirus waren ähnlich. Der Virus hatte eine höhere Verbreitung und zwei der Mäuse starben. Die Testgruppe die nur Luft ausgesetzt wurde, hatte keine Ausfälle zu beklagen. Die e-Zigaretten Mäuse verloren zudem mehr Gewicht was von den Forschern als Zeichen einer stärkeren Erkrankung gedeutet wurde. Nachdem man höhere Konzentrationen des Grippevirus in die Mäuse injizierte verstarben 60 Prozent der e-Zigaretten Mäuse und 30 Prozent der Mäuse die normale Luft atmeten. Leider gab es keine Testläufe die mit normalen Zigaretten durchgeführt wurden. Ein Vergleich hierzu wäre allemal interessant gewesen.

Die Ergebnisse der Studie sind trotz der Kritikpunkte interessant. Uns dürfte allen klar sein, dass wir als Dampfer zwar gesünder unterwegs sind als unsere rauchenden Kollegen, eine Kärntner Landluft inhalieren wir über die e-Zigarette aber natürlich nicht. Wie sich die Ergebnisse auf Menschen umsetzen lassen, bleibt vorerst abzuwarten.

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